Menschenkenntnis und Achtsamkeit im Berufsalltag

 

Gerade im beruflichen Umfeld treffen viele Menschen aufeinander, die sich eigentlich gar nicht kennen. Missverständnisse und ungewollte Überraschungen sind so vorprogrammiert.

Wenn wir auf fremde Menschen treffen, laufen in unseren Köpfen automatisch alle Synapsen auf Hochtouren.

    → Wie ist mein Gegenüber drauf?
    → Was ist das für ein Typ Mensch?
    → Meint sie/er das ernst?
    → Kann ich ihr/ihm vertrauen?

Niemals würden wir auch nur eine dieser Fragen ernsthaft formulieren.
Wir bilden uns unser eigenes Urteil – und bewerten unser Gegenüber mit Vorurteilen.

Eine gute Einschätzung unseres Gesprächspartners ist für eine ungestörte Kommunikation von enormer Bedeutung. Damit wir lernen, wie wir uns auf unterschiedliche Menschen und Situationen besser einstellen können, möchten wir hier Tipps für ein besseres Miteinander und für mehr Achtsamkeit im beruflichen Alltag vorstellen.

Der erste Eindruck zählt

Einschätzung der einzelnen Persönlichkeitstypen

Kein zweites Mal ist der erste Eindruck möglich. Dabei ist besonders bemerkenswert, dass wir unser Urteil, ob uns unser Gegenüber gefällt oder nicht, innerhalb eines Augenblickes fällen.

Das Unterbewusstsein versorgt uns automatisch mit dieser rein subjektiven Einschätzung. Das Vorurteil ist vollstreckt, auch wenn es dem Menschen, den Sie gerade kennengelernt haben, nicht gerecht wird.

Unser Tipp:

Prüfen Sie gezielt Ihr Verhalten in einer solchen Situation. Hat Ihnen Ihr Gehirn bereits ein Vorurteil geliefert? Verwerfen Sie es. Versuchen Sie offen gegenüber dem anderen Menschen zu sein, verhalten Sie sich möglichst objektiv und analysieren Sie sein Verhalten, lernen Sie ihn wirklich kennen.

Eine einfach anwendbare Methode ist die Persönlichkeitsstruktur-Analyse, die auf Erkenntnissen der Gehirnforschung basiert. Sie besteht aus vier ausbaufähigen Basistypen.
(Nach Frank M. Scheelen)

Der Rote – ein echter Macher
Als Bestimmer möchte er Ergebnisse sofort präsentiert bekommen. Er entscheidet sich spontan und lässt sich durch superlativen beeinflussen. Er ist extrovertiert und trägt elegante Kleidung, hat einen starken Hang zu Marken. Er drückt anderen gerne seinen Willen auf und setzt ihn durch. In seiner Körpersprache ist er ausladend und aktiv.

Der Gelbe – ein aufgeschlossener, kontaktfreudiger kreativer Geist
Er kann sich und andere begeistern. Er ist mit einem Dauer-Lächeln aus-
gestattet. Der Gelbe braucht ein hohes Maß an Anerkennung, durch sein Umfeld. Er lässt sich leicht ablenken und hat oft Schwierigkeiten seine Ideen wirklich in die Tat umzusetzen – Routinen empfindet er als negativ.

Der Blaue – ein analytischer Denker
Mit Sachverstand und seinem analytischen Denken wägt er ab, prüft Informationen, vergleicht und hinterfragt. Seine Leidenschaft sind Tabellen und Zahlen, Gutachten und Tests. Argumentieren können Sie mit Ihm auf der Sachebene. Ein korrekter Kleidungsstil, wenig Ausdruck in der Körpersprache, seiner Mimik und der Stimme zeichnen ihn aus.

Der Grüne – ein hilfsbereiter sozial orientierter Menschenfreund
Sympathie spielt bei ihm eine entscheidende Rolle. Haben Sie einmal seine Sympathie erlangt ist sehr loyal. Er schätzt Kommunikation mit anderen Menschen und Beziehungen sind ihm besonders wichtig. Auffällig wird er durch bequeme fast unscheinbare Kleidung. Er ist eher introvertiert und schiebt sich nicht gerne in den Vordergrund.

Um zu erkennen, welchen Persönlichkeitstypen wir vor uns haben, bedarf es nur ein wenig Übung und Zeit. Erkennen Sie einen der Farbtypen vor sich, stellen Sie sich auf Ihn ein – passen Sie Ihr Verhalten und Ihre Rhetorik entsprechend an. In unseren Coachings zeigen wir Ihnen wie es funktioniert.

Persönlichkeitstests

Hogan und GPOP

Warum gibt es Leute in unserem beruflichen Umfeld, mit denen wir gerne zusammen­arbeiten, tolle Arbeitsergebnisse erbringen können und mit denen uns die Arbeit Spaß macht, wohingegen die Zusammenarbeit mit anderen Kollegen manchmal gefühlt die
reinste Katastrophe ist?

Das liegt daran, dass wir Menschen unterschiedlich sind und sich bestimmte Persönlichkeitsmerkmale auf unser Verhalten im Zusammenspiel mit anderen Personen auswirken. Einige Persönlichkeitseigenschaften wirken sich dabei positiv auf die Arbeit im Team aus, andere hingegen negativ. Genauso gibt es Menschen die offen, risikofreudig und abenteuerlustig sind. Andere sind schüchtern, zurückhaltend und eher vorsichtig unterwegs.

Schon in der Antike haben unsere Vorfahren festgestellt, dass es unterschiedliche Persönlichkeitstypen gibt und nicht alle Menschen gleich sind. Seitdem beschäftigen sich Ärzte, Psychologen und Philosophen mit der Persönlichkeit der Menschen. Unterschiedlichste Tests zur Messbarkeit von Persönlichkeit wurden entwickelt.

Dabei gibt es mittlerweile spezielle Testverfahren, die insbesondere auf den beruflichen Kontext zugeschnitten und in der Praxis sehr erfolgreich eingesetzt werden.

Hogan Persönlichkeitstest

Der Hogan Persönlichkeitstest ist insbesondere für Führungskräfte und Mitarbeiter geeignet, die ihre Persönlichkeit aus verschiedenen Perspektiven kennenlernen möchten und Interesse daran haben, in kurzer Zeit (Testdauer: ca. 90 Minuten) mehr über sich zu erfahren.

Besonders der „Coaching-Bericht“ ist ein interessantes Tool für Führungskräfte. Dieser Hogan-Test unterstützt Manager durch einen Fünf-Punkte-Plan bei der beruflichen Weiterentwicklung. Diesen erarbeiten wir gerne mit unseren Klienten.

Der klassische Hogan Persönlichkeitstest (Basis Lead) besteht aus den folgenden drei Untertests:

Basis Hogan Personality Inventory (HPI):
dazu zählen sieben Merkmale (Ausgeglichenheit einer Person, Führungsqualitäten, soziale Umgänglichkeit, Einfühlungsvermögen, Selbstbeherrschung und Gewissenhaftigkeit, Wiss­begierde und Lernansatz), die im Zusammenhang mit dem beruflichen Erfolg stehen und
die gesamte Persönlichkeit eines Menschen abbilden.

Basis Hogan Development Survey (HDS):
spiegelt das Verhalten von Personen in Konflikt- und Stresssituationen wieder. Verhält sich die Personen in einer Stresssituation gelassen oder ist sie überreizt und überfordert? Kann diese Person Konflikte lösen oder beharrt sie auf ihrer eigenen Meinung?

Basis MVPI (Motives, Values, Preferences Inventory):
mit der Hilfe des MVPI werden die Werte (ideale Vorstellung, wie etwas sein soll) und priorisierten Ziele (Motive z.B. Machtmotiv) einer Person analysiert. Wie wichtig ist mir die Anerkennung von anderen? Wie viel Wert lege ich auf Traditionen? Die Ergebnisse können unter anderem für die Personalauswahl genutzt werden, um zu erkennen, ob der Bewerber in die Unternehmenskultur passt und das Unternehmen seine Wertvorstellung erfüllen kann.

Basis Insight Potential mit berufsbezogenen Skalen:
dieses Testverfahren besteht unter anderem aus dem Hogan Personality Inventory (HPI).
Neben den persönlichen Stärken, wird auch die Eignung für potenzielle berufliche Felder (z.B. Vertrieb, Administration, Management) analysiert. Dieser Test ist insbesondere für Mitarbeiter geeignet, die sich beruflich neu orientieren wollen und eine berufliche Herausforderung suchen.

GPOP - Golden Profiler of Personality Persönlichkeitstest

Der GPOP wurde vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Dr. John Golden entwickelt und besteht aus 116 Fragen. Dieses Instrument zur Selbsteinschätzung basiert auf der Typentheorie von Carl Gustav Jung (1875–1961), Psychiater und Begründer der analytischen Psychologie. Einen schnellen und unkomplizierten Ansatz zur Einschätzung von Typen haben wir in unserem Artikel „Der erste Eindruck zählt Einschätzung der einzelnen Persönlichkeitstypen“ beleuchtet.

Menschen zeigen unterschiedliche Präferenzen in der Art, wie sie die Welt wahrnehmen und Entscheidungen treffen. Der Golden Profiler of Personality bietet eine Möglichkeit, diese Unterschiede zu verstehen. Je deutlicher sich Menschen in einem kommunikativen Prozess voneinander unterscheiden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Missverständnisse entstehen.

Wer seine eigenen Stärken und Präferenzen kennt und nutzt, auf der anderen Seite die Stärken und Präferenzen anderer akzeptiert, dem ist es möglich, sich eine größere Spannweite menschlicher Ressourcen zunutze zu machen.

Der GPOP ermöglicht Ihnen Ihre Persönlichkeit besser zu verstehen und einen bewussten Blick für sich zu bekommen. Insbesondere bei Bewerbungsgesprächen ist es hilfreich, wenn Sie Ihre Persönlichkeitsmerkmale kennen: Sind Sie introvertiert oder extrovertiert? Haben Sie eine ausgeprägte Sinneswahrnehmung oder verlassen Sie sich auf Ihre Intuition? Treffen Sie Entscheidungen werteorientiert oder auf Basis von Fakten?

Das GPOP-Testverfahren ist weltweit bewährt als unterstützendes Coachingtool.
Auch wir arbeiten mit diesem Testverfahren:

• im Karriere-und Persönlichkeits-Coaching
• in der Personal- und Organisationsentwicklung
• für Teambildungsmaßnahmen und Teamcoachings
• für Maßnahmen zur Konfliktlösung
• bei Kulturentwicklungen
• für die Führungskräfteentwicklung